Fasnacht, Fasching, Karneval

26/02/2017

 

Im Moment wird wieder überall Fasnacht oder eben Fasching, bzw. Karneval gefeiert. Ist nicht so mein Ding, aber wenn bei uns jeweils der Fasnachtsumzug stattfindet, gehe ich auch schauen. Ich mag die so genannte "Guggamusik". So einmal im Jahr finde ich das super. Aber weder verkleide ich mich, noch stürze ich mich in Getümmel und gehe mich sinnlos betrinken, lach. Aber von wo kommt eigentlich die Fasnacht? 

 

Die Fasnacht hat nicht nur eine, sondern gleich drei Wurzeln. Die Ursprünge liegen im Frühlingsfest der alten Germanen, die sich schaurig verkleideten, um den Winter auszutreiben. Karneval geht ebenfalls zurück auf das römische Saturnalienfest, bei dem die vornehmen Herren einen Tag lang ihre Sklaven bedienten. Und schliesslich gibt es noch den christlichen Ursprung: Bevor am Aschermittwoch die lange, harte Fastenzeit beginnt, die erst am Ostersonntag endet, wollen die Christen noch einmal so richtig ausgelassen feiern. 

 

Hier eine Erklärung von allen drei Ursprüngen:

 

Die alemannische Fasnacht

Die alten Germanen glaubten an Dämonen. Jeden Frühling feierten sie ein wildes Fest, bei dem die bösen Wintergeister vertrieben werden sollten. Nach so viel Frieren, Frost und Schnupfen hatten die Germanen einfach keine Lust mehr auf die kalte Jahreszeit. Die Bauern wollten endlich wieder ihre Felder bestellen können. Das Fest selbst war ein lautes und buntes Treiben. Die Dorfbewohner setzten sich grauenvolle Masken auf ihre Gesichter. Ausserdem machten sie mit Schellen, Rasseln und Trommeln einen Höllenkrach, um die Wintergeister in die Flucht zu schlagen. Der katholischen Kirche war das fröhliche, nicht-christliche (also heidnische) Fest im Mittelalter ein Dorn im Auge. Daher versuchte sie, das germanische Frühlingsfest abzuschaffen. Doch damit hatten sie keinen Erfolg, da sich die Menschen das Feiern nicht einfach verbieten lassen wollten. Deshalb kam die Kirche auf die Idee, das Fest einfach umzudeuten. Statt böse Geister galt es fortan, den Teufel zu vertreiben. Denn vom Teufel ist - im Gegensatz zu Geistern - wenigstens in der Bibel die Rede.

 

Teufelsmasken statt Geisterfratzen

Die Teufelsmasken ersetzten nach und nach die germanischen Geister- und Hexenfratzen. Auch Tiermasken sah man oft bei den Feiern. Die Tiere standen dabei für bestimmte Sünden, die ebenfalls vertrieben werden sollten. Der Esel bedeutete zum Beispiel Trägheit und der Fuchs Geiz. In der fränkisch-alemannischen Fastnacht in Bayern sowie in der Schweiz in der Baseler und Luzerner Fastnacht sind diese alten Formen der Fastnacht noch heute lebendig. Dort laufen jedes Jahr im Februar Menschen mit gruseligen Holzmasken und lauten Schellen durch die Strassen, um symbolisch den Winter zu vertreiben.

 

Lebe wohl, Fleisch

Damals waren die Leute sehr gläubig und beachteten die Regeln, die die Kirche vorgab. 

Auch bei der zweiten Wurzel des Kostümfestes hat die Kirche ihre Hand im Spiel. Im zwölften Jahrhundert hatte der Papst eine jährliche Fastenzeit vor dem Osterfest ausgerufen. Zwischen Aschermittwoch und Karsamstag sollten die Christen weniger essen und dafür mehr beten. Fleisch zu verzehren war in diesen Wochen absolut verboten. Daher kommt auch die Bezeichnung Karneval. Man sagt dem Fleisch - lateinisch "carne" - lebe wohl - lateinisch "vale".

Das traditionelle Fasten vor Ostern gibt es auch heute noch, obwohl sich nicht mehr viele Menschen daran halten. Im Mittelalter hatten die Gläubigen jedoch große Angst, in die Hölle zu kommen, wenn sie sich nicht an die Vorschriften der Kirche hielten. Deshalb fastete fast jeder. Doch bevor die Menschen auf so einige Essens-Genüsse verzichten mussten, wollten sie sich noch einmal so richtig "austoben". Die sechs Tage von Altweiberfastnacht bis Fastnachtsdienstag sind der Höhepunkt der Fastnachtszeit.

 

Die "kleinen Leute" übernehmen die Macht 

Im Altertum feierten die Römer das Saturnalienfest. An diesem Tag durften die Einwohner sich verkleiden und die Rollen tauschen: Vornehme Herren mussten ihre Sklaven bedienen. 

Seinen dritten Ursprung hat die Fastnacht im alten Rom. Im Altertum feierten die Römer dort das Saturnalienfest. Für einen Tag durften die Einwohner die Rollen tauschen: Die vornehmen Herren mussten ihre Sklaven bedienen. Die Diener durften auch Witze erzählen und Kritik äußern, wofür sie an anderen Tagen hart bestraft worden wären.

Aus dieser Tradition heraus haben sich unsere heutigen "Büttenreden" entwickelt. Leute "aus dem Volk" steigen auf die Bühne und schwingen mehr oder weniger lustige Reden, in denen sie mit allem abrechnen, was sie stört: mit hohen Politikern, mit den Bewohnern des Nachbarortes oder mit ihrem Bürgermeister. Auch die Übernahme des Rathauses durch die Narren an den "tollen Tagen" hat seinen Ursprung im römischen Saturnalienfest.

 

Drei Feste verschmelzen zur "Fastnacht"

Auch heute noch ziehen, in vielen Städten, die Menschen in Massen auf die Strasse, um die närrische Zeit zu feiern. 

Selbst der Untergang ihres Weltreichs hielt die Einwohner Roms nicht davon ab, auch weiterhin ihr Saturnalienfest zu feiern. Einige Jahrhunderte später verknüpfte der Papst, der bekanntlich ebenfalls in Rom wohnt, den alten römischen Brauch mit dem christlichen Fastenfest. 

 

Quelle helles-koepfchen.de

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