Das Schnitterfest - Lammas

01/08/2017

 

Lammas oder Lughnasad ist der Name für das erste heidnische Erntefest im Jahreskreis und markiert die heisseste Zeit im Jahr. Das Schnitterfest wird am 2. August gefeiert. Deshalb stehen Sonne, Hitze und Ernte im Mittelpunkt dieses Fruchtbarkeitsfestes. Mythologisch betrachtet sind vor allem die an diesem Tag gebackenen Brote von Bedeutung, mit denen für die reichhaltige Ernte gedankt wird. Im Keltischen heisst Lammas "die Brotmutter" und erinnert an den Gott des Getreides. Ich werde euch, am Ende dieses Blogeintrages, noch ein Rezept von einem "Schnitterfest Brot" posten.

 

Die Hitze des Sommers erreicht jetzt ihren Höhepunkt, bei uns erreichen die Temperaturen heute heisse 35 Grad im Schatten und machen dem Sommer alle Ehre. Gleichzeitig lässt sich in den frühen Morgenstunden bereits der nahende Herbst erahnen. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht....bereits gehen wir wieder dem Herbst entgegen. Aber noch geniessen wir den Sommer und diese heissen Tage. 

 

An Lammas wird aber nicht nur Brot gemacht, sondern, wie der Name auch schon sagt, es werden Kräuter und Pflanzen geschnitten. Man sammelt auf der Wiese oder im Garten verschiedene Kräuter, lässt sie ein bisschen antrocknen und bindet sie dann (mit Baumwolle oder Naturbast) zu so genannten Kräuterbuschen, Kräuterbündel oder Kräuter Smudges zusammen. Danach werden die Bündel an einem trockenen, warmen, aber schattigen Platz getrocknet.

 

Man kann die Kräuter je nach Thema sammeln, dann fragt man sich "möchte ich Positives anziehen, Negatives abwehren oder eine energetische Reinigung erzielen?" Dem entsprechend sammelt man Kräuter und schnürt diese zu Bündel. Für solche Themen habe ich bereits meine Kräutermischungen, darum sammle ich an diesem Tag genau das, was mir die Wiese auf der Alp gerade schenken möchte. 

 

Bereits bei den Kelten hat man mit diesen Kräuterbuschen im Winter, vor allem in den Rauhnächten, geräuchert. Oder man hat die einzelnen Kräuter aus dem Bündel raus genommen und je nach Bedarf verräuchert oder zum Teil Tinkturen daraus gemacht. Ich liebe es die Buschen in der kalten Jahreszeit als Ganzes zu verräuchern. Es bringt ein bisschen die Wärme und den Sommer zurück in die dunkle Jahreszeit. Zum Thema "Räuchern" werde ich euch, in einem meiner nächsten Beiträge, gerne mehr erzählen.

 

Heute werden Kräuterbuschen vielerorts, vor allem in katholischen Gegenden im Süddeutschen Raum, in Österreich und im Südtirol, am 15. August an Maria Himmelfahrt gebunden und auch gleich gesegnet. 

 

Der Anzahl der Kräuter wird auch eine Bedeutung zugemessen und es gibt in der römisch-katholischen Tradition einige mystische Zahlen, die für die Anzahl der Kräuter im Kräuterbuschen aufgegriffen werden

  • 7 – ist die Anzahl der Schöpfungstage

  • 9 – (3 x 3 ) Zahl der hl. Dreifaltigkeit

  • 12 – Anzahl der Apostel

  • 14 – Zahl der Nothelfer

  • 24 – (2x 12) zwölf Stämme Israels aus dem alten Testament und zwölf Apostel Christi aus dem neuen Testament

  • 72 – (6 x 12) Zahl der Jünger Jesu

  • 99 – (33 x 3 ) drei als Symbol der Dreifaltigkeit

Meine Kräuterbuschen bestehen aus 7-9 Kräutern, je nachdem, wie viele Kräuter sich grad anbieten.

 

Hier noch, wie versprochen, das Rezept für ein Kräuterbrot zum Schnitterfest

500gr           Vollkornmehl (ich nehme Dinkel-Vollkornmehl)

30gr             frische Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe

1TL               Zucker

2 TL              Salz

1/4 lt.           lauwarme Milch

100ml          Öl

1 Handvoll sehr klein geschnittene Kräuter (z.B. Majoran, Thymian, Salbei, Lavendel, Gänsefingerkraut, Labkraut, Eisenkraut, Frauenmantel, Rosmarin...)

1 Handvoll gehackte Nüsse oder Sonnenblumenkerne

2-3              sehr klein geschnittene Rüebli

1EL             Öl

 

Aus Vollkornmehl, Hefe, Zucker, Salz, Milch und Öl einen geschmeidigen Hefeteig herstellen. 1/2 Stunde zugedeckt gehen lassen.

 

Nochmals sehr gut durchkneten, dann Rüebli, Kräuter und Nüsse untermischen. Den Teig noch einmal für 1 1/2 Stunden zugedeckt gehen lassen. 

 

Nun kann die gewünschte Form gestaltet werden (Zopf, Keltischer Knoten, Figuren, Tiere...). Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Ich lege das Brot in eine Cakeform (35cm). Den Teig nochmals kurz ruhen lassen.

 

Das Brot mit dem Öl bestreichen. Eventuell noch mit Nüssen oder Samen dekorieren. Ich streue jeweils etwas Meersalz darüber. Im vorgeheizten Ofen, in der unteren Hälfte des Ofens bei 200°C (180°C Umluftofen) eine halbe Stunde backen, die Backzeit kann je nach Gestaltung des Brotes variieren. 

 

Viel Spass beim Ausprobieren und einen schönen Tag morgen. Den SchweizerInnen unter euch, wünsche ich noch einen wunderschönen 1. August. Lass uns die Schweiz feiern. 

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