Internationales Kräuterhexen-Treffen

26/08/2018

 

Ja, das klingt spannend, gell!? War es auch, aber nicht ganz so spektakulär, wie es klingt. Nein, meine Freundin Saori aus Japan war letzte Woche bei uns zu Besuch. Wir haben uns das erste Mal seit 17 Jahren wieder gesehen. Was für ein schönes Wiedersehen.

 

Unsere gemeinsame Zeit 1998 - 2001

Japanische Kräuterhexe & Schweizer Kräuterhexe

Und ja, Saori und ich haben, ohne es zu wissen, den gleichen Weg eingeschlagen. Auch sie ist eine Kräuterhexe, eine Japanische. Für uns zwei natürlich super toll. Wir haben stundenlang über unsere Kräuter gesprochen und Rezepte ausgetauscht. 

 

Saori gibt auch Kräuterworkshops und verkauft ihre Tee's bereits in 5 Geschäften in ihrer Region. Das scheint da vom Gesetz her etwas einfacher zu sein, als bei uns in der Schweiz. Saori und ihre Produkte findest du auf Facebook unter herb & Aroma studioくさかんむり und auf Instagram unter kusakanmuri15...

 

Japanische Wollmispel

Ich habe auch eine neue Pflanzen kennengelernt....ganz toll, die Japanische Wollmistel (Nihon no biwa / 日本のビワ / Eriobotrya japonica)....Biwa kann man für ganz viele verschiedene Leiden einsetzten. Saori hat mir eine Biwa Tinktur, aber auch ein paar getrocknete Blätter aus Japan mitgebracht (zum Glück hat das der Zoll nicht gemerkt). Mit den Blättern kann ich nächste Woche ganz viel Tinktur angesetzt. Diese wird bis nächsten Sommer ziehen und dann abgeseiht. 

 

Einsetzten kann man die Tinktur (verdünnt) gegen juckende Insektenstiche, bei Neurodermitis, Halsschmerzen, Zahnschmerzen, aber auch bei Hexenschuss und Verspannungen. Eine richtige Wunderpflanze. Ich bin gespannt auf die Wirkung. 

 

Weiter habe ich noch Kräuter wie スギナ (sugina) Schachtelhalm, 桑 (kuwa) Maulbeere, 月桃 (getto) Muschelingwer und 柚子 (Yuzu/Zitronenfrucht) Öl, vom berühmten japanischen Pfefferminzöl. Richtige Schätze.

 

Und dann hat Saori uns auch noch ganz viele schöne, aber auch leckere Sachen aus Japan

mitgebracht.... 久しぶり (lang ist's her).

 

 

"An umeboshi a day, keeps the doctor away"

Unter anderem auch 梅干し (Umeboshi), sauer eingelegte Ume-Früchte, die auch als Japanische Aprikose oder Japanische Pflaume bezeichnet werden. Im japanischen Volksmund gilt für Umeboshi dieselbe Bauerweisheit wie bei uns für Äpfel: „Ein Umeboshi am Tag hält den Doktor fern.“ Und so essen viele, auf Naturheilkunde schwörende Japaner schon zum Frühstück zwei Umeboshi zusammen mit einer Tasse grünem Tee. Seit über tausend Jahren werden saure Pflaumen in Japan hergestellt und verwendet.

 

In meinen Jahren in Japan habe ich jeden Tag 2-3 Umeboshi gegessen....die haben mir damals schon gegen mein Sodbrennen geholfen. Sie sind sauer, wirken auf den Körper aber basisch! Saori macht ihre Umeboshi selber und hat uns welche mitgebracht. Jetzt essen wir jeden Tag unsere Ration, いい ね (toll, oder)!?

 

 

Ach ja, es hat so viel Spass gemacht, wieder einmal Japanisch zu sprechen....es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell die Wörter zurückkommen, wenn man in den Genuss kommt, Japanisch

zu hören und zu sprechen. Sogar meine Familie hat ein paar Wörter übernommen. Es wird langsam Zeit, meinen "Jungs" Japan zu zeigen. 

 

Wir haben aber auch 出汁 (dashi), einen japanischen Fischsud; 甘酒 (amazake), ein traditionelles Getränk aus Japan, das übersetzt süsser Sake heisst (es ist alkoholarm und hat eine lange Tradition in der japanischen Küche) und leckere 甘味噌 (ama miso), süsse Miso für Salat, Tofu, Gemüse Dip, bekommen....einfach super lecker.....

 

Miso - Würzpaste mit Potential

...und Saori hat mir erklärt, wie ich Miso, das ich so sehr liebe, selber machen kann. Miso kenne wir hier am ehesten von der Misosuppe her. Miso ist aber weit mehr. So, let's give it a try, diesen Herbst/Winter. Ich freue mich schon sehr darauf, es auszuprobieren.

 

Miso gehört zusammen mit Sojasauce zu den wichtigsten Würzmitteln Japans. Die Paste ist ein fester Bestandteil der japanischen Küche. Miso wird als Suppe sowohl zum Frühstück wie auch als Vorspeise oder als Beilage zum Hauptgang serviert.

 

Aber die Paste braucht man in Japan auch als Marinade für Tofu, Fleisch und Fisch oder als Zutat für ein Salatdressing. Das Aroma kommt am besten zur Geltung, wenn die Paste in einer Flüssigkeit oder Marinade nur erwärmt, nicht aber gekocht wird. So bleiben auch Vitamine, Mineralstofe und Enzyme optimal erhalten. Eine wunderbare Sache auch für Veganer!

 

Doch woher kommt Miso?

Das Rezept der Paste gelangte wahrscheinlich mit dem Buddhismus von China nach Japan und geht auf ein altes Salzkonservierungsmittel, "koku bishio" genannt, zurück. Im 8. Jahrhundert wurde Miso vorwiegend in Tempeln und von Bauern hergestellt. Später diente es im 150-jährigen Bürgerkrieg den Samurai als Proviant. Miso reift bis zu zwei Jahre


Die Basis

Die Basis der Misopaste bilden gekochte Sojabohnen, aber auch gekochter Reis oder Gerste, Weizen oder Hirse können Bestandteil der Paste sein. Nach dem Kochen werden die Sojabohnen und das Getreide zerkleinert und gesalzen. Anschliessend wird der Paste eine Schimmelpilzkultur, der sogenannte 麹 (Koji), zugesetzt.

 

In Zedernholzfässern (oder einem Gärtopf) reift die Paste dann mehrere Monate bis zu zwei Jahren und länger. Dabei findet ein komplexer Fermentationsprozess statt, bei dem das typische Aroma der Misopaste entsteht. Traditionell hergestelltes Miso enthält keine Farb-, Geschmacks- oder Konservierungsstoffe, es hat gewöhnlich eine dunklere Farbe und ein feineres Aroma als industriell hergestelltes Miso.

 

Verschiedene Typen

Es gibt verschiedene Misopasten: helle und dunkle, süssliche oder salzige. Der Geschmack ist von der Zusammensetzung sowie dem Fermentationsprozess abhängig. Grundsätzlich sind dunkle Pasten kräftiger und salziger als helle Pasten.

 

Unterschieden werden vier Misogrundtypen: Am weitesten verbreitet ist 米味噌 (kome miso) mit einem Reisanteil, daneben gibt es 麦味噌 (mugi miso), das Gersten oder Weizen enthält, 豆味噌 (mame miso) nur aus Sojabohnen und "chogo miso", das mit diversen Gewürzen aromatisiert wird. Zudem unterscheidet sich Miso auch in Geschmack und Farbe. So ist 辛味噌 (kara miso) scharf, 甘味噌 (ama miso) süss, 赤味噌 (aka-miso) hat eine rote Farbe und 白味噌 (shiro miso) ist weiss, wobei man es wohl eher als hellbräunlich beschreiben würde.

 

Ich mag die helleren Misopasten, die Anderen sind mir fast zu stark/salzig. 

 

Und dann habe ich noch echten japanischen 抹茶 (matcha) von Saoris Mutter, meiner 日本 (nihon) Mama, bekommen. Was für Glückspilze ich doch bin.

 

Ja, und jetzt sitzt Saori im Flugzeug, zurück nach Japan.... Schön war's und wir haben einander versprochen, dass es nicht mehr 17 Jahre dauern wird, bis wir uns wieder sehen!

 

 

 

さよなら大好きな友達 | sayonara daisuki na tomodachi | Aufwiedersehen geliebte Freundin

また ね | mata ne | bis bald

 

 

 

Und morgen geht's wieder los. Ich freue mich auf meine Arbeit, hab ganz viel zu tun. Am Freitag, 31. August 2018 ist endlich wieder Frauenkreis in Chur....dieses Mal zum Thema "Lebe dein Yin"....abgestützt auf das Buch "Das Yin-Prinzip"- der weibliche Weg, von Daniela Hutter.

 

Daniela Hutter wird übrigens am 20. Oktober 2018 in Chur ein Tagesseminar leiten. Was für eine tolle Gelegenheit! Melde dich heute noch an! 

 

 

Am Dienstag, 4. September 2018 haben wir ein fresh-date im Team, auch hier in Chur. Nutze die Gelegenheit und lerne in ungezwungenem Rahmen uns und die wunderbaren Produkte von RINGANA kennen. Eintritt frei und kein Kaufzwang!

 

 

So und nun wünsche ich dir noch einen wunderschönen Abend und bis bald 

Corina
                

 

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