Sag "ja" zu deinen Gefühlen

30/09/2018

 

Kennst du das? Da denkst du nichts Böses und plötzlich kommst du in eine Situation und ganz "alte" negative Gefühle kommen hoch und haben dich kurz voll im Griff? Mir ging das grad kürzlich so und es war recht heftig. Alte Verletzungen standen plötzlich, wie alte, vergangene Dämonen wieder vor mir. Dämonen, welche ich dachte, wären für immer verschwunden. Aber nein, sie sind wieder einmal in ihrer vollen Grösse zurück gekommen.

 

Da wurde ein so genanntes "Emotions Päckchen" aktiviert und alte Emotionen waren puff wieder da, wie ein Schlag ins Gesicht. Also etwas, was meine Seele wohl schon einmal oder öfters verarbeiten wollte, aber nicht durfte oder konnte und somit wurde aus diesen Emotionen ein "Emotions-Päckchen" geschnürt und wurde durch eine Situation einfach wieder geöffnet. Wie auf Knopfdruck.

 

Ui, das hat mich kurz einmal umgehauen, aber dann bin ich schnell wütend geworden, wütend auf mich selber. Und was denkst du, hat mir das geholfen? Nö, überhaupt nicht. Warum bin ich denn wütend auf mich geworden? Weil ich meine Gefühle bewertet habe, anstatt sie zuzulassen. Machst du das auch ab und zu? Negative Gefühle einfach bewerten und dich selber dafür verurteilen, dass du diese Gefühle überhaupt hast?

 

Alte Dämonen

Interessanterweise hatte ich in letzter Zeit ein paar Gespräche mit Menschen, die mir alle genau das Gleiche erzählt haben "ich kämpfe zur Zeit so sehr mit alte Gefühlen"....

 

Wie oft wollen wir unsere negativen Gefühle nicht wahrhaben? Wie oft versuchen wir sie zu verdrängen? Und dann spricht man offen mit anderen Menschen darüber und sieht, es geht doch allen gleich. Spannend fand ich in letzter Zeit nur, dass alle das "alte Gefühle" so betont haben. Interessant, oder? Wer weiss, was da im Universum grad wieder mal abgegangen ist.

 

 

Offenheit hilft

Ganz schlimm ist es, wenn Menschen nicht offen zu ihren Gefühlen stehen können. Wenn sie nach aussen immer perfekt sein und auf gar keinen Fall zeigen möchten, dass auch sie negative Gefühle haben. Ich finde es immer uh wichtig offen darüber zu sprechen und damit vielleicht sogar andere dazu ermutigen, auch offen darüber zu sprechen. Viele Menschen haben das Gefühl, dass bei mir immer alles "Friede-Freude-Eierkuchen" ist und ich immer über allem stehe. Dem ist aber natürlich nicht so. Ich bin auch "nur" ein Mensch. Klar bin ich ein sehr fröhlicher Mensch, aber ich habe auch schon die ganz dunklen Seiten des Lebens kennen gelernt und

lasse mir von Gefühlen nicht mehr wochen- oder sogar monatelang, das Leben zerstören. Ich stelle mich meinen Gefühlen unterdessen.

 

Natürlich kann ich jeweils auch nicht sofort, wenn mich so ein Gefühl grad umhaut, darüber sprechen. Aber nach ein paar Stunden oder wenn's ganz schlimm ist, 1-2 Tagen kann ich sehr offen und ehrlich darüber sprechen. Das hilft auch gleich noch, das Ganze zu verarbeiten. Aber eben, man kann Menschen nicht dazu zwingen offen über ihre Gefühle zu sprechen. 

 

 

Gefühle - unsere innere Stimme

ABER unsere Gefühle verbinden uns mit unserer inneren Stimme, sie zeigen uns, was uns fehlt und was uns gut tut. Sie sind der Schlüssel zu deinem Leben im Gleichgewicht.

 

Unsere Gefühle sind uns aber manchmal nicht ganz geheuer. Sie versetzten uns in innere Aufruhr und können uns ganz schön aus der

Bahn werfen. Also versuchen wir alles um unangenehme Gefühle wie Wut und Angst zu vermeiden und nicht an uns heran zu lassen.

 

Lieber verschliessen wir unser Herz. Das macht uns sicherer, dann fühlen wir uns geschützt. Denn Gefühle machen uns verletzlich! Schöne Gefühle hingegen, wie Freude, diese würden wir am liebsten gar nie mehr loslassen. 

 

Eins ist auf jeden Fall sicher, Gefühle können uns völlig aus dem Gleichgewicht bringen. Aber wir können sie nicht per Knopfdruck abstellen. Wir probieren es zwar. Wir versuchen, diese Gefühle zu betäuben und verdrängen, aber damit machen wir uns keinen Gefallen. Denn erstens kostet uns das sehr viel Kraft und zweitens können uns unterdrückte Gefühle krank machen oder arten irgend wann in z.B. einem unverhältnismässigen Wutausbruch aus. 

 

 

Gefühle bestimmen unser Leben

Fakt ist, unsere Gefühle bestimmen unser Leben, ob wir das wollen oder nicht. Wut, Angst, Freude, Trauer und Scham - jedes Gefühl erfüllt eine wichtige Funktion in unserem Leben. Wir können unsere Gefühle auch ganz gezielt einsetzten und lernen für uns zu nutzen! Angst macht uns wachsamer und schützt uns vor Gefahren. Wut hilft uns "ja" und "nein" zu sagen und Entscheidungen zu treffen. Gefühle lassen uns ausserdem spüren, was gut und was schlecht für uns ist und steuern uns wie ein Kompass durch's Leben. 

 

Und was wären wir ohne Gefühle? Durch sie werden wir erst zu dem, was uns als Mensch ausmacht und uns spüren lassen, dass wir lebendig sind. Das Problem an unseren negativen Gefühlen sind nicht die Gefühle selber, sondern unsere panische Einstellung ihnen gegenüber!

 

Wir wollen dieses schmerzhafte Gefühl nicht wahrhaben, weil uns gar nicht bewusst ist, dass es ein Gefühl ist; wir halten es für eine Tatsache. Unbewusst meinen wir, tatsächlich wertlos zu sein oder schlecht oder abgelehnt, statt zu erkennen, dass wir uns nur so fühlen. Würden wir uns bewusst machen, dass es "nur" Gefühle sind würde uns bewusst werden, dass sie nur ein vorübergehender Zustand sind. 

 

 

 

Die 5 Grundgefühle

aus dem Buch "Gefühle & Emotionen" von Vivian Dittmar

 

WUT - ist die Handlungskraft Nummer eins. Sie kann ungeahnte  Energiereserven in uns mobilisieren. Durch Wut beziehen wir klare Position und stehen für uns ein. Menschen mit gesunder Wut-Kraft fällt es leicht, "ja" oder "nein" zu sagen, Grenzen zu setzten  und ihre Ziele zu verfolgen. Zu viel Wut-Kraft kann allerdings auch zerstörerisch und verletzend sein.

 

ANGST -  ist ein Signal dafür, dass wir etwas Unbekanntem begegnen und nicht wissen, was uns erwartet. Das muss nicht

gleich eine Gefahr sein. Angst-Kraft lässt uns Grenzen überschreiten und über uns selber hinaus zu wachsen. Sie weckt unsere Kreativität und fördert unser Potential zutage. Übertriebene Angst-Kraft führt zu Lähmungen.


TRAUER - hilft uns loszulassen uns anzunehmen, was ist - auch wenn es unseren Vorstellungen nicht entspricht. Indem wir trauern, würdigen wir gleichzeitig unseren Wunsch. Trauer-Kraft macht das Herz weit und öffnet es für die Liebe. Sie ermöglicht einen tiefen Kontakt mit uns selber und mit anderen. Die Schattenseite von Trauer ist Passivität und Melancholie.


FREUDE -  ist die Kraft, die unser Licht leuchten lässt uns unsere beste Seite zum Vorschein bringt. Freude macht uns anziehend und schenkt uns natürliche Autorität. Sie ist Ausdruck von Dankbarkeit und Wertschätzung dem Leben und uns selber gegenüber. Freude-Kraft lässt und das Leben feiern und geniessen. Ist unsere Freude nicht echt, leben wir in einer Illusion uns reden uns unsere Welt schön.


SCHAM - ist eng an unsere Fähigkeiten zur Selbstreflexion geknüpft. Indem wir uns hinterfragen, lernen wir uns selber kennen. Diese Innenschau ermöglicht es uns, uns weiterzuentwickeln und uns so anzunehmen, wie wir sind, mit all unseren Schwächen. In ihrer negativen Form führt Scham zu Selbstzerfleischung und Selbstzweifel.

 

 

Was sind Gefühle?

Vivian Dittmar sagt dazu in ihrem Buch "Gefühle & Emotionen" : "die Menschen sind sich der Tatsache, dass sie ihre Gefühle selber erschaffen, nicht im geringsten bewusst. Sie erleben sie als willkürliche, irrationale Empfindungsschwankungen, die irgend wo in den Tiefen des Unterbewusstseins ihren mysteriösen Ursprung haben." 

 

Und wie gehen wir nun am besten mit unseren, vor allem unangenehmen, Gefühlen um? Wie schon gesagt, verdrängen wir sie, geht der Schmerz auch nicht weg. Im Gegenteil, aufgestaute Gefühle machen uns emotional völlig unausgeglichen. Es muss aber auch nicht unser Ziel sein, jederzeit fröhlich zu sein. Vivan Dittmar betont: "es geht hier also nicht darum, mehr Freude und weniger Schmerz zu fühlen, sondern zu lernen, jedes Gefühl ganz zuzulassen." Eigentlich müssen wir nur mal anstatt im Aussen, nach innen schauen, uns unserer Gefühle erbarmen und sie wirklich fühlen. Dann ist der Spuk ganz schnell vorbei. Das ganze Drama besteht ja nur darin, dass wir sie nicht fühlen wollen!

 

 

Postitiv mit negativen Gefühlen umgehen

 

Wenn wir unsere unangenehmen Gefühle zulassen, sie mal richtig fühlen und anschauen, dann ist das einen grosse Erleichterung oder eventuell im Moment auch Erschütterung, weil das Herz tief berührt wird. Jetzt dürfen unsere Gefühle endlich sein und schon sind sie gar nicht mehr so dramatisch. Nur so können sie heilen und Erlösung finden.....wenn sie nicht von uns eingeschlossen werden. Wenn wir ihnen in Liebe und Mitgefühl begegnen, verfliegen sie ganz schnell. 

 

Wenn wir "ja" zu unseren Gefühlen sagen, legen wir die Angst vor ihnen ab. Also, sind wir dankbar für unsere Gefühle, fühlen sie, hören hin, lassen sie zu und nutzen sie als Chance alte Überzeugungen, Wut, Groll, Scham und Ängste aufzulösen. 

 

 

Emotionaler Rucksack - Video

Spannend, oder? Es lohnt sich also immer, hinzuschauen. Wenn du mehr über den "Emotionalen Rucksack" hören möchtest, hier ein Video/Interview mit Vivian Dittmar oder das Buch dazu. Vivian Dittmar beschreibt wunderbar, diese überraschenden, emotionalen "Entgleisungen", wie wir sie wohl alle kennen und wie wir damit umgehen können. Es lohnt sich, sich das anzuhören!

 

 

 

So, nun wünsche ich dir einen wunderschönen Sonntagabend und umarme dich von Herzen

Corina

 

P.S. vielen Dank liebe Seraina für dieses wunderschöne Bild von Ulrike Hirsch....es passt so wunderbar zu diesem Thema. Sie sind allgemein soooo schön, die Bilder von Ihr!

 

 

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